Südamerikabecken

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Südamerikabecken

Beitragvon Fred Priebe » 27. Dezember 2009 18:59

Hallo aus Koblenz

Schon länger habe ich mit dem Gedanken gespielt mir ein großes Terrarium anzuschaffen.

Nachdem ich dieses Jahr in Südamerika war ist definitiv klar gewesen: So ein Stück Regenwald will ich auch haben.

Ich hatte mit dem Frank schon vor ein paar Wochen gesprochen wie so ein Terrarium wohl zu realisieren sei: er hat seine Vorstellung ja schon super umgesetzt und auch viel schneller als ich.

Da ich im 4. Stock wohne schied ein Vollglasbecken aus Transportgründen schon einmal aus. Nach einigen Recherchen habe ich mich für ein Aluminium System entschieden. Das gesamte Terrarium hat eine Größe von 200 x 60 x 120 cm.

Der Bausatz wurde nach 2 Tagen geliefert und die nächsten 5 Tage habe ich mit dem Aufbau, der Inneneinrichtung und der Versiegelung des Beckens zugebracht.

Den gesamten Boden habe ich mit einer Teichfolie 20cm hoch ausgekleidet. Eine 5cm Schicht Seramis als Drainage und ca. 140 kg Erde-Sand-Gemisch dienen als Pflanzsubstrat. Damit die Drainage und der Bodengrund sich nicht vermischen habe ich noch ein spezielles Vlies eingebracht.

Die Rückwand ist mit Korkplatten beklebt…..alle Fugen und Ritzen sind mit Silikon versiegelt. Insgesamt habe ich übrigens 7 Kartuschen Silikon verarbeitet.

Die Beleuchtung besteht aus einem 80 Watt HQL-Strahler und einer 70 Watt HQI Lampe. Zusätzlich habe ich noch 2 x 11Watt Energielampen installiert. Ob das für die Pflanzen ausreichen wird werden die nächsten Wochen zeigen. Da ich mein „Ameisenzimmer“ beheizt habe kann ich auf eine zusätzliche Wärmequelle verzichten.

Bepflanzt habe ich alles mit verschiedenen Ficusarten, Farnen, Bromelien und einigen weiteren Regenwaldpflanzen. Auf dem Boden habe ich viel morsches Holz aus dem Wald verteilt. Einige Äste und Korkröhren vervollständigen die Inneneinrichtung.

Nachdem alles fertig war konnten nun endlich die Hauptakteure einziehen. Ich habe nur kleine Kolonien eingesetzt damit diese nebeneinander ohne zu großen Druck wachsen können. Der Besatz ist bis auf wenige Ausnahmen südamerikanisch gewählt. Auch in der freien Natur leben diesen Ameisen dicht beisammen.

Im Bodenbereich :

Ectatomma spec. rot
Pachycondyla apicalis
Gigantiops destructor
Paraponera clavata
Ectatomma spec. (eine sehr kleine ca. 6-7mm große Art )

In de obere Etagen :

Dolichoderus cf. attelaboides
Camponotus spec. ( eine kleine friedliche Camponotus welche auch von swagman gehalten wird)
Camponotus spec. ( eine nachtaktive gelbgestreifte Camponotus die in Cecropia Bäumen lebt, ich habe alternativ ein Bambusrohr angeboten )

Dia Asiaten :

Myrmicaria arachnoides
Polyrhachis spec. ( 3 verschiedene Arten die keine großen Kolonien bilden )

Die Ameisen leben jetzt seid wenigen Tagen im Becken und es sind weniger Tiere zu sehen als man glauben mag. Die Kolonien haben sich jetzt ihre Nischen gesucht und beginnen mit dem Nestbau. Ich habe keine Beobachtungsnester in meinem Becken. Ich empfinde dies nicht als Nachteil, einige Arten haben sehr schöne Nestbauweisen die in einem Ytongnest o.ä. nicht zu beobachten wären.


Solltet Ihr noch Fragen haben : die werde ich gerne beantworten.

Gruß aus Koblenz

Fred
Meine Ameisen :
Odontomachus spec., Odontomachus hastatus, Paraponera clavata, Diacamma spec., Camponotus spec., Camponotus sericeus, Meranoplus spec. usw usw.
Fred Priebe
 
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Re: Südamerikabecken

Beitragvon Fred Priebe » 27. Dezember 2009 19:03

Wie sich die Kolonien in der Zukunft arrangieren werden bleibt abzuwarten.
Ich habe allerdings schon auf die Zusammensetzung geachtet :

Paraponera clavata und die Gigantiops destructor leben in der Natur auch Tür an Tür, bilden fast eine "Zweckgemeinschaft". Die Gigantiops sind eh´zu schnell und beweglich als das sie in Gefahr geraten werden und bis die Paraponera zu einer wirklich großen Kolonie rangewachsen sind wird noch viel, viel Zeit vergehen.

Die Polyrhachis spec. leben alle in der oberen Etage und bilden keine großen Kolonien. Sie sind auch in ihrem Verhalten sehr ängstlich.

Die Camponotus spec. sind sehr zurückhaltend und gehen Auseinandersetzungen aus dem Wege. Die eine Kolonie ist auch überwiegend Nachtaktiv.

Obwohl die roten Ectatomma spec. und die Pachycondyla apicalis in Südamerika teilweise Dicht an Dicht leben, habe ich keinerlei Kämpfe oder Agressionen beobachten können. Beim Treffen gehen sich die Ameisen lieber aus dem Weg.

Für die positive Entwicklung meiner Lebensgemeinschaft bin ich guter Dinge. Es ist ja auch definitiv nicht so, das die Ameisen darauf aus sind ihre Nachbarn schnellstens auszurotten.

Treffen laufen sehr unspektulär ab....man geht halt lieber getrennte Wege.
In einem anderen Gesellschaftsbecken habe ich schon 4 verschiedene Ameisenarten zusammen am Zuckerwasser trinken sehen.

Sollten dennoch alle Stricke reissen : ich habe immer die Möglichkeit eine Kolonie aus dem Becken rauszunehmen.

Schönen Gruß aus Koblenz

Fred




Hallo aus Koblenz,

jetzt habe ich mein Tropenbecken etwas über eine Woche in Betrieb und kann erfreulicherweise positives berichten.

Die Auswahl der Beleuchtung war die richtige Wahl :

Der asiatische Ficus, fast alle Farne und die Passiflora treiben alle wieder neu aus. Für mich sehr erfreulich ist das Wachstum einer kleinen Streptocarpus...da wird eine Blüte angesetzt.

Allerdings sind auch 2-3 Pflanzen bzw. Keimlinge nicht angegangen und wurden entfernt. Morgen erwarte ich eine Lieferung tropischer Samen, die werden dann die Bepflanzung wieder vervollständigen.

Ich konnte jetzt auch ein paar Bilder machen. Das hat sich etwas schwerer gestaltet. Nicht wegen der Unübersichtlichkeit....es sind einfach kaum Ameisen zu sehen.

2-3 Gigiantiops destructor springen in Bodennähe umher, eine Polyrhachis spec. ist am Nestbau auf einer Bromelie und Myrmicaria arachnoides bauen ihr Kartonnest. Von den anderen Arten habe ich kaum welche zu Gesicht bekommen, vom fotografieren ganz zu schweigen.

Zum Glück hat sich die Woche einmal eine von den roten Ectatomma spec. gezeigt.....da konnte ich hier schnell ein Bild machen.

Die Polrhachis spec. auf den Bildern bauen sich ein Gespinstnest. Damit der Nesteingang etwas auffälliger wird habe ich denen Watte angeboten die auch mit Begeisterung angenommen wurde.

Die ersten 2-3 Tage haben die Gigantiops versucht die Myrmicaria arachnoides zu erbeuten, die chemische Abwehr hat sie aber eines besseren belehrt und jetzt wird sich hier aus dem Weg gegangen.



Hallo aus Koblenz,

das Terrarium läuft jetzt seid drei Wochen und es wird Zeit für ein Update :

Ich habe zusätzlichen Nestraum für die Ameisen geschaffen. Aus dem Gartencenter habe ich zwei Bambusrohre mit 2-3 cm Durchmesser und 180 cm Länge geholt. In jedes Segment des Bambus habe ich ein 2-3mm Loch gebohrt, beide Rohre zusammengebunden und alles mit Moos umwickelt. Diesen "Ast" habe ich ca. 10cm unter der Decke befestigt.

Wie erwartet ist auch eine Camponotus spec. ( die eigentlich in der Cecropia lebt ) in das Rohr eingezogen. Heute konnte ich diese Camponotus auch bei der Nahrungsaufnahme ( Honigwasser ) beobachten. Mit einer beachtlichen Geschwindigkeit flitzen die zwischen den Pflanzen umher.

Auch die Polyrhachis spec. hat ihr schönes Nest aufgegeben und ist in ein Bambussegment eingezogen....das ist eigentlich Schade, hatten sie doch ein schönes Nest aus Watte gewebt.

Die Polyrhachis spec. mit dem schwarz glänzenden Hinterleib lebt immer noch in der Bromelie in dem Kartonnest. Tagsüber ist selten eine Ameise zusehen....die sind momentan Nachtaktiv.

Bei den Pachycondyla apicalis wird jetzt verstärkt Nahrung eingetragen, fast jeden Tag kann ich der fleissigen Arbeiterin eine Fliege mit auf dem Weg geben.

Die roten Ectatomma spec.machen sich sehr rar....einmal konnte ich eine Arbeiterin erwischen. Die bekam auch direkt eine Fliege. Kurz vor dem Nesteingang hat sich die Arbeiterin rumgedreht und ist mit dem Hinterleib rückwärts im Nest verschwunden. Ob das jetzt ein Zufall war werde ich wohl die nächsten Wochen beobachten können.

Die anderen Ameisen machen sich sehr rar, da gibt es kaum Außenaktivitäten...da werde ich wohl noch etwas warten müssen.

Die Pflanzen machen sich fast alle hervorragend.....meine kleine Streptocarpus hat auch endlich geblüht. Nach fast zwei Jahren war das auch mal Zeit.

Ein Farn und leider ein südamerikanischer bodendeckender Philodendron sind eingegangen....den hatte ich nur einmal, sehr ärgerlich.

Hallo aus Koblenz,

tatsächlich sind ja schon wieder ein paar Wochen seid meinen letzten Update ins Land gezogen....da wird es aber Zeit.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Becken. Es macht mir viel Spaß und Freude den Ameisen zuzusehen.

Ich habe auch mittlerweile meine Ranken und Lianen gepflanzt. Die legen auch mächtig los und haben schon über einen Meter lange Triebe.
Ich konnte auch einige Orchideen sehr günstig bekommen und habe diese ebenfalls in das Becken integriert. Sehr schön ist das Wachstum meiner Passiflora....die hat schon fast 1,50 Meter auf dem Ast zurückgelegt. Das ist auch auf dem einen Bild recht gut zu erkennen.
Einige südamerikanischen Gräser fangen sehr stark an zu wachsen und mein Karambolepflänzchen hat auch schon einige Zentmeter zugelegt.
Selbst der kleine bodendeckende Philodendron hat wieder ausgetrieben...den hatte ich schon abgeschrieben.

Mit dem Wachstum der Pflanzen bin ich super zufrieden.

Jetzt aber zu den tierischen Bewohnern...das wird die meisten Leser ja eh mehr interessieren :

Die kleinen Camponotus spec. aus Franz. Guyana ( wie sie auch Swagman hält ) machen sich zwar sehr rar sind aber existent und ich kann sie gelegentlich bei der Nahrungssuche beobachten. Ich sehe die Arbeiterinnen allerdings nur am frühen Morgen oder Nachts. Tagsüber sehe ich diese Ameisen selten. Das mag aber mit der Größe der Kolonie zusammenhängen. Sind ja noch sehr wenige Tiere.

Von den gelb-gestreiften Camponotus spec. kann ich das gleiche berichten. Die leben ja in der Natur in den Cecropia Bäumen und haben alternativ ein Bambusrohr angenommen. Die sehe ich nur Nachts. Ich bin gerade dabei Cecropia aus Samen zu ziehen. Nach über zwei Monaten sind die ersten Pflänzchen gekeimt.....das kann noch etwas dauern.

Die roten Ectatomma spec. sind erfreulicherweise tagaktiv und jetzt auch vermehrt zu beobachten. Sehr oft sitzen diese Ameisen verteilt im ganzen Terrarium am Ende von Blättern oder Zweigen mit geöffneten Mandibeln. Es scheint fast als ob sie auf Anflugnahrung warten. Allerdings sind es nicht die schnellsten Ameisen. Ich werde aber mal verstärkt lebende Fliegen anbieten um das zu beobachten.

Die Pachycondyla apicalis und die Gigantiops destructor sind auch regelmäßig bei der Nahrungssuche zu beobachten und nutzen hierfür auch die gesamte Fläche des Beckens. Bei den beiden läuft es völlig unproblematisch.

Die großen blau-schwarzen Polyrhachis spec. haben mittlerweile ebenfalls ein Bambusrohr bezogen und den Eingang schön mit Watte ausgebaut.

Die schwarz-glänzende Polyrhachis spec. hat immer noch ihr altes kleines Kartonnest. Die sind aber auch nur Nachts unterwegs. Das Bild war heute Morgen eher ein Zufallstreffer.

Bei den Paraponera clavata ist auch die erste Arbeiterin geschlüpft. Vor zwei Wochen war die "Kleine" auf Nahrungssuche. Die zwei sind jetzt auch in die erste Etage in eine Korkröhre gezogen. Das ist eigentlich nicht der normale Lebensraum dieser Ameisen, aber wenn´s gefällt....

Ich habe auch vorgestern eine Arbeiterin der kleinen Ectatomma spec. gesehen. Die sind auch nicht häufig zu beobachten und führen eine versteckte Lebensweise.

Nach den vielen guten Nachrichten auch eine schlechte. Die großen Dolichoderus sind gestorben. Da lebt nicht mal mehr eine Arbeiterin. Die hatten sich anfangs sehr schön in eine Bromelie zurückgezogen und das war es dann. Sie sind nacheinander gestorben. Das ist sehr Schade....waren die doch schwer zu finden.

Aggressionen oder gar Kämpfe zwischen den verschiedenen Ameisen konnte ich übrigens noch nicht einmal beobachten. Alles läuft in ruhigen Bahnen. Es wird sich lieber aus dem Weg gegangen.

Jetzt ist das hier schon wieder ein Roman geworden.....
Sorry das Ihr jetzt wieder soviel lesen müsst.

Gruß aus Koblenz

Fred
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Re: Südamerikabecken

Beitragvon Fred Priebe » 27. Dezember 2009 19:06

Hallo aus Koblenz,

wird ja Zeit für ein paar neue Informationen zu dem Becken.

Das Pflanzenwachstum ist enorm. Ich habe bereits die ersten Pflanzen zurückschneiden müssen. In dieser Richtung habe ich überhaupt keine Probleme.

Ich hatte ja bereits berichtet das ich zusammengebundene Bambusrohre als Nistmöglichkeiten angeboten habe. Das klappt auch sehr gut...leider habe ich den Bambus in seiner gesamten Länge von knapp 2 Metern in das Becken integriert....mir ist jetzt aufgefallen das ich die bei Bedarf nur mit sehr großen Aufwand aus dem Terrarium nehmen könnte. Sollte jemand auch mit diesem Gedanken spielen : nutzt kürzere handliche Stücke.

Jetzt aber zu den Ameisen :

Die Pachycondyla apicalis mußten das Becken verlassen und leben jetzt in einem seperaten Terrarium.
Die roten Ectatomma spec. haben sich sehr stark vermehrt und tolerieren die Pachycondyla apicalis nicht. Ich habe zweimal beobachtet wie sich die Ameisen verbissen hatten und zweimal hat die Pachycondyla apicalis den kürzeren gezogen.

Mittlerweile lebt noch eine kleine Oecophylla smaragdina Kolonie in dem Becken. Keine Angst: die sind nur auf Zwischenstation hier. Die Kolonie besteht aus ca. 30-40 Tieren und haben sich ihr kleines Nest in einem Ficus sp. gewebt.

Die beiden kleinen Ectatomma sp. Kolonien sind auch am wachsen....die sehe ich allerdings nur Nachts wenn ich mit einer Taschenlampe auf "Dschungelerkundung" gehe.

Die kleine rot-orange Camponotus spec. aus Franz. Guyana macht mir etwas Sorgen. Auch wenn ich vereinzelt mal eine Arbeiterin sehe sind es weniger als ich gehofft habe.

Einen unerwarteten Neuzugang habe ich ebenfalls. Aus Südamerika hatte ich eine kleine Königin einer Ponerine mitgebracht. Das interessante an ihr ist das sie kleine Kartonnester baut. Optisch ähnelt sie einer Pachycondyla impressa, hat aber nur eine Körperlänge von ca. 1 - 1,2 cm. Diese Königin hatte ich in einem gut bepflanzten kleinen 30er Terrarium untergebracht und nicht mehr gesehen. Den Inhalt dieses Beckens ( also Pflanzen, Moose und Holzstücke ) habe ich im Tropenbecken verwendet. Hier hat sie jetzt erfolgreich gegründet und ich kann regelmäßig die kleinen Arbeiterinnen beobachten. Leider haben sie bei mir kein Kartonnest gebaut..das kommt hoffentlich noch.

Bei den Myrmicaria arachnoides habe ich am ehesten mit Problemen gerechnet. Wurde ja schon entsprechend von anderen Haltern berichtet. Das sind hier die ruhigsten und friedlichsten Bewohner.

Bei den anderen Ameisen gibt es keine großen Veränderungen oder Entwicklungen zu berichten. Sollte sich da etwas ergeben werde ich mich natürlich melden.

Erwähnen möchte ich noch das mir noch keine einzige Ameise ausgebrochen ist. Selbst wenn ich für größere Arbeiten die Schiebescheiben komplett öffne bleiben sie lieber innerhalb des Terrariums.

Jetzt ist es schon wieder etwas mehr geworden....ich hoffe der Bericht hat euch gefallen. Sollten jemand hier etwas vermissen oder hat spezielle Fragen : Einfach reinschreiben.

Schönen Gruß aus Koblenz

Hallo aus Koblenz,

wieder Zeit über ein paar Veränderungen bzw. Neuerungen zu berichten.

Ich habe jetzt endlich meine Beleuchtung erneuert und verbessert. Die 125Watt HQL ist aus dem Becken entfernt worden.
Im Internet konnte ich mir einen 150Watt HQI Flutlichtstrahler kaufen ( sowas wie ein frühes Weihnachtsgeschenk ) und habe diesen installiert. Die Lichtausbeute ist unglaublich....diesen Strahler kann ich nur empfehlen.

Jetzt habe ich auch nicht mehr die störende Beleuchtung innerhalb des Beckens.

Leider habe ich mittlerweile ein mittelschweres Schildlausproblem im Terrarium. Auch wenn es ganz nett ist wie die Ameisen ernten gehen mir diese kleine Lästlinge ziemlich auf die Nerven. Bis jetzt bin ich die schlimmsten befallenen Stellen immer am abwischen. Einige Pflanzen habe ich auch radikal zurückgeschnitten. Leider ist mir keine insektenfreundliche Behandlung bekannt.

Jetzt aber zu den Ameisen :

Die roten Ectatomma spec. mußten jetzt endgültig weichen. Nachdem ich die Pachycondyla apicalis aus dem Becken entfernt hatte trat immer noch keine Ruhe ein. Die Störungen und Aggressionen nahmen einfach überhand : ich habe also die roten Ectatomma spec. ausgegraben und in ein seperates Becken gesetzt. Die Kolonie ist mittlerweile auf über 100 Tiere angewachsen.

Die kleinen gelb-roten Camponotus spec. sind auch ausgezogen. Die sind in gute Hände gegangen....ein Haltungsbericht kann hier im Forum verfolgt werden.

Die anderen Ameisen sind am wachsen und gedeihen....da gibt es nicht viel zu erzählen.

Ich hatte mir gedacht ich werde mal etwas über meine Bepflanzung schreiben. Es wurden in dieser Richtung ja schon einige Fragen gestellt….vielleicht helfen meine Erfahrungen ja den einen oder anderen.

Erstmal die Frage : wo bekomme ich Pflanzen her ?

Baumarkt/GartenCenter/Gärtner etc.
Da ich selbst in einem großen Garten-Center arbeite habe ich natürlich die volle Auswahl. Auch wenn ich weiß, ob bei uns gespritzt wurde kann ich über die Behandlung bei dem Züchter/Gärtner nichts sagen. Oftmals wird nach Spritzkalender behandelt, d.h. in bestimmten Abständen wird vorbeugend gespritzt. Pflanzen aus dem GartenCenter empfehle ich mindestens 6-8 Wochen separat zu halten und regelmäßig abzuduschen. Leider bekommt man fast nur die 0815 Pflanzen wie Ficus benjamini, Scindapsus usw….etwas besonderes oder seltenes finde ich fast nie. In meinen Becken habe ich einige Orchideen und Bromelien. Diese werden fast immer in Erde getopft angeboten, lassen sich aber bestens als Epiphyten kultivieren. Das entspricht auch der natürlichen Lebensweise dieser Pflanzen. Sehr schön zum bepflanzen eignen sich übrigens viele Peperomia Arten.

Selbst ziehen
Das macht mir am meisten Spaß. Samen kann man für kleines Geld in Unmengen bestellen. Gerade bei kleineren Becken finde ich es schöner mit kleinen Jungpflanzen anzufangen. Ein kleines Zimmergewächshaus leistet mir hier immer eine große Hilfe.
Das ist zwar eine Geduldssache aber als Ameisenhalter haben wir davon ja eh genug ?!
Gute Erfolge hatte ich mit verschiedenen Passiflora, Karambole, Cecropia.
Von vielen weiteren exotischen Früchten kann man sich auch Pflanzen ziehen, z.B. Mango, Litschis, Tamarillo, Maracuja, Avocado usw.

Einige Arten können sehr groß werden bzw. zu richtigen Bäumen heranwachsen. Das lässt sich oftmals durch zurückschneiden etwas verzögern. Und falls der Baum oder Strauch doch zu groß wird : dann habt Ihr halt eine schöne Kübelpflanze. Und keine Sorge : so schnell geht das auch nicht.

Eine dritte Option ist der Versandhandel….damit habe ich auch schon beste Erfahrungen gemacht. Hierüber ( auch mit Bildern ) werde ich morgen weiter berichten.

Ich bin jetzt kein Gärtner und habe hier meine eigenen Erfahrungen niedergeschrieben. Sollte hier ein schwerer gärtnerischer Fehler aufgetreten sein oder noch mehr Erklärungsbedarf bestehen meldet Euch bitte.

Gruß aus Koblenz
Fred

Hallo aus Koblenz,

jetzt bin ich doch etwas später mit meinem Pflanzenbericht....die saisonale Erkältung hatte mich voll im Griff.

Bestellung im Onlineshop :

Bei vielen Onlineshops werden garantiert unbehandelte Pflanzen angeboten. Das erspart natürlich die wochenlange Vorbehandlung. Auch wenn diese Pflanzen meist etwas teurer sind hat man doch die Möglichkeit ausgefallene Planzen zu bestellen.

Meine letzte Lieferung habe ich von : http://terra-jungle.de/ und bin sehr zufrieden mit den Pflanzen.


Übrigens : ohne Licht ist nichts los. Wer am Licht und der Qualität spart kann gerne viel Geld für Pflanzen ausgeben.....richtig schön wird es aber nicht aussehen.
Ich beleuchte mein Terrarium mit 1 x 150 Watt HQI und 1 x 70 Watt HQI mit jeweils 6000 Kelvin. Diese Lichtstärke reicht aus um selbst bodendeckende Pflanzen zufriedenstellend wachsen zu lassen.

Ich hoffe ich habe den einen oder anderen in Sachen Terrarienbepflanzung Tipps geben können. Falls noch Fragen sind.....wie immer : schreiben.

Gruß aus Koblenz




Hallo,

geht direkt weiter. Ich wollte aber diesen Bericht seperat schreiben.

So langsam trennt sich die Spreu vom Weizen.....es zeigt sich welche Ameisen sich nicht vergesellschaften lassen.

Die roten Ectatomma spec. hatte ich ja bereits vor ein paar Wochen aus dem Becken genommen.

Jetzt sollten endlich die Pachycondyla apicalis in das Becken einziehen. Die Kolonie war mittlerweile auf 22 Tiere angewachsen und ich freute mich schon auf die Beobachtungen im großen Terrarium. Da ich die Kolonie nicht einfach in das Becken werfen wollte hatte ich die Ameisen schon 2 Tage vorher in einer ca. 3 Liter Dose gehalten. Diese Dose habe ich dann mit einer Brücke in das Terrarium gestellt. Nach wenigen Minuten lief schon die erste Arbeiterin durch die Gegend. Die nächsten paar Tiere folgten schnell.

Jetzt konnte ich beobachten wie eine P. apicalis auf eine kleine Ectatomma spec. Arbeiterin traf. Diese sind ca. 7-8mm groß. Ohne zu Zögern griff die Ectatomma spec. an, verbiss sich in der P. apicalis und fing an diese abzustechen. Die Pachycondyla apicalis duckte sich lediglich auf den Boden, legte die Fühler an, drohte mit geöffneten Mandibeln und war ein paar Minuten später tot.

Eine zweite Arbeiterin ereilte das gleiche Schicksal. So habe ich meine Pachycondyla apicalis erstmal schnell wieder eingesammelt.

Zum Glück hat diese Ectatomma Kolonie in einem Holzstamm genistet, so konnte ich die Ameisen ohne Grabarbeiten aus dem Becken entnehmen. Wie die roten Ectatomma haben sie jetzt ein Extrabecken bezogen.

Es scheint, dass Ectatomma für die Vergesellschaftung nicht geeignet sind. Bei zwei verschiedenen Arten hat es nicht geklappt, beide haben sich als recht aggressiv erwiesen....auf einen weiteren Versuch werde ich es nicht ankommen lassen. Zumal die Pachycondyla apicalis jetzt endlich in das Terrarium eingezogen sind und dort ihre Bahnen ziehen.

Eine kleine Diacamma spec. Kolonie mit ca. 15 Arbeiterinnen leben jetzt noch im Becken. Die haben allerdings keine Gamergate und können dort ihren Lebensabend geniessen.

Das war es von meiner Ameisenfront....weitere Berichte werden natürlich folgen.

Gruß aus Koblenz

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